"Frauen in einem männerdominierten Beruf: Eine qualitative Untersuchung der Rechtfertigungsdiskurse ehemaliger Soldatinnen der türkischen Streitkräfte"
Kurzbeschreibung:
Das Dissertationsvorhaben widmet sich aus einer soziologischen Perspektive der Analyse beruflicher Erfahrungsdimensionen von Frauen innerhalb der türkischen Streitkräfte. Im Zentrum stehen Fragen nach ihrer Positionierung in einem traditionell männlich konnotierten institutionellen Feld sowie nach der subjektiven Wahrnehmung und Bearbeitung struktureller Exklusionsmechanismen. Die empirische Grundlage der Studie bilden narrative Interviews mit ehemaligen Soldatinnen, deren Erzählungen Aufschluss über geschlechtsspezifische Dynamiken und habituelle Dispositionen im militärischen Kontext geben. Theoretisch fundiert sich die Arbeit auf der Praxistheorie Pierre Bourdieus, insbesondere auf den Konzepten des Feldes, des Habitus, der verschiedenen Kapitalformen sowie der symbolischen Gewalt. Ziel der Untersuchung ist es, die Re- bzw. Dekonfiguration von Geschlechterverhältnissen in militärischen Organisationen sichtbar zu machen und damit einen innovativen Beitrag zur sozialwissenschaftlich orientierten Militär- und Geschlechterforschung zu leisten.
Lebenslauf
Elif Şentürk ist Doktorandin an der Universität zu Köln und Stipendiatin der Hans-Böckler-Stiftung (HBS) im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe (NFG 024). In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit feministischer Sicherheitspolitik, Geschlechterstudien und der Rolle von Frauen im militärischen Kontext, mit einem besonderen Fokus auf die Türkei.
Zwischen 2009 und 2013 absolvierte sie ein Studium der Türkischen Sprache an der Hacettepe-Universität in Ankara. Daran anschließend schloss sie von 2014 bis 2018 ein Masterstudium in Türkischer Folklore an der Gazi-Universität in Ankara ab.