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Veröffentlichung des NFG 024-Tagungsberichts in Südosteuropa Mitteilungen (Heft 04/2025)

Der Konferenzbericht über das von der Nachwuchsforschungsgruppe 024 organisierte internationale Symposium „Female Fighters: Media Representation, Remediatization, Fictionalization“, das am 10. und 11. Februar 2025 in Köln stattfand, wurde in der Zeitschrift Südosteuropa Mitteilungen (Heft 04/2025) veröffentlicht. Die Doktorandinnen der NFG 024 – Umut Döner, Jale Meltem Dramalı und Elif Şentürk – verfassten einen ausführlichen Bericht über das Symposium, das sich der Rezeption von Soldatinnen und Kämpferinnen in verschiedenen (Massen-)Medien sowie der Re-Mediatisierung (Astrid Erll) und Fiktionalisierung des Themas in erzählender Literatur widmete.

Im Fokus der Ausgabe Südosteuropa Mitteilungen (Heft 04/2025) standen die Präsidentschaftswahlen 2024/25 in Rumänien. Darüber hinaus enthält das Heft Beiträge zu aktuellen Themen aus Südosteuropa – darunter Medien, Gender, politische Entwicklungen und Erinnerungskulturen.


 

Bericht

Teilnahme der NFG 024 am Fünften Europäischen Turkologentag in Mainz

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  • Forschungsprojekt von apl. Prof. Dr. Béatrice Hendrich
  • Promotionsprojekt von Jale Meltem Dramalı
  • Promotionsprojekt von Elif Şentürk
  • Promotionsprojekt von Elif Şentürk

Die Nachwuchsforschungsgruppe „Rechtfertigungsdiskurse in der neueren Geschichte und Gegenwart der Türkei über die Beteiligung von Frauen am bewaffneten Kampf“ (NFG 024) hat mit einem eigenen Panel am Fünften Europäischen Kongress für Turkologie, Osmanistik und Türkistik (Turkologentag 2025) teilgenommen. Die Konferenz fand vom 18. bis 20. September 2025 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt und wurde in Kooperation mit der Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkistik (GTOT e.V.) organisiert.

Im Rahmen unseres Panels haben wir einen Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs über Legitimation, Militarismus und Genderkonstruktionen im türkischen Kontext geleistet. Ziel war ein interdisziplinärer Austausch mit internationalen Kolleg:innen.

Vor diesem Hintergrund stellte die Leiterin der Nachwuchsforschungsgruppe 024, apl. Prof. Dr. Béatrice Hendrich, ihr Forschungsprojekt zur Darstellung von Frauen in populären türkischen Romanen und Zeitungsserien, Kriegsromanen und Heldenerzählungen der 1930er-Jahre vor.

Jale Meltem Dramali stellte erstmals ihr Dissertationsprojekt "Konkurrierende Rechtfertigungsdiskurse der AKP über die Beteiligung von Frauen am bewaffneten Kampf in den Jahren 2002-2023" vor (weitere Details zum Projekt finden sie hier). 

Elif Şentürk präsentierte erste Zwischenergebnisse ihres Dissertationsprojekts Frauen im Schatten eines männerdominierten Feldes: Rechtfertigungsdiskurse und Erfahrungen ehemaliger Soldatinnen in den Türkischen Streitkräften  vor (weitere Details zum Projekt finden sie hier). Şentürk verknüpfte theoretische Ansätze Pierre Bourdieus – insbesondere die Konzepte von Habitus, Feld, Kapital und symbolischer Gewalt – mit empirischen Interviewdaten und sekundären Quellen. Die Zwischenergebnisse verdeutlichten geschlechtsspezifische Machtverhältnisse und Formen symbolischer Gewalt im militärischen Kontext.

Umut Döner stellte in seiner Präsentation Zwischenergebnisse seines Dissertationsprojekts vor, die Narrative über den Militärdienst von Frauen in den 1930er-Jahren sowie deren Entwicklung im Verlauf dieses Jahrzehnts zusammenfassten

Der Turkologentag bietet ein Forum für Beiträge und Panels in den Bereichen Sprache, Literatur, Geschichte, Kultur, Gesellschaft, Politik und Philologie der Türken und turksprachigen Völker. Die Konferenzsprachen sind Englisch, Deutsch und Türkisch.

Weitere Informationen finden Sie auf der offiziellen Konferenzwebsite: https://turkologentag2025.uni-mainz.de

Wir haben uns über den wissenschaftlichen Austausch in Mainz sehr gefreut!


 

Bericht

Female Fighters. Media Reception, Re-Mediation, Fictionalization

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Am 10.02. und 11.02.2025 fand das zweite Internationale Symposium “Female Fighters. Media Reception, Re-Mediation, Fictionalization” der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Nachwuchsforschungsgruppe 024 “Rechtfertigungsdiskurse in der neueren Geschichte und Gegenwart der Türkei über die Beteiligung von Frauen am bewaffneten Kampf” statt.  

Die Veranstaltung wurde im Hybridformat abgehalten. 

Hier gelangen Sie zum Flyer mit allen wichtigen Informationen! Click here for the flyer with all the important information!

 


Die Tagung widmete sich der Rezeption von Soldatinnen und Kämpferinnen in verschiedenen (Massen-)Medien sowie der Re-Mediatisierung (Astrid Erll) und Fiktionalisierung des Themas in erzählender Literatur.

Ziel der Tagung war es, die Komplexität der Darstellung und Erfahrung von Soldatinnen sowie die damit verbundenen ethischen Herausforderungen im Rahmen feministischer Sicherheitsforschung zu beleuchten. Im Zentrum stand dabei die Frage nach dem wechselseitigen Verhältnis von Realität und Re-/Mediatisierung: Durch die Verbindung empirischer Studien – insbesondere mit Fokus auf die Türkei – mit Fallbeispielen aus anderen geografischen Räumen sowie theoretischen Zugängen wurde ein interdisziplinärer Dialog zwischen Feldforschung und Rezeptions- bzw. Fiktionalisierungsforschung angeregt. 

In ihrer Eröffnungsrede betonte Béatrice Hendrich (Leiterin der NFG 024) die Bedeutung von Fiktion und verwies auf wiederkehrende Aufmerksamkeitswellen in den Massenmedien. Während männliche Soldaten meist als Norm dargestellt würden, erfolge die Darstellung von Soldatinnen häufig stark emotionalisiert. Dabei würden gesellschaftliche Realitäten häufig verdeckt oder gar nicht thematisiert. Hendrich hob in diesem Zusammenhang ein zentrales Anliegen der Tagung hervor: In Filmen und Serien stehen oftmals Heroisierung und Mythisierung bewaffneter Frauen im Vordergrund, während eine ernsthafte Auseinandersetzung mit deren Lebensrealität weitgehend ausbleibt.

30. November - 1. Dezember 2023

Women in Arms, in Turkey and beyond

Am 30.11. und 01.12.2023 fand die feierliche Eröffnung der von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Nachwuchsforschungsgruppe 024 "Rechtfertigungsdiskurse in der neueren Geschichte und Gegenwart der Türkei über die Beteiligung von Frauen am bewaffneten Kampf" und der book launch des Sammelbandes "Female Fighters in Armed Conflict", herausgegeben von Béatrice Hendrich, statt.  

Die Veranstaltung wurde im Hybridformat abgehalten. 

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Die Veranstaltung stellte die gesellschaftliche, historische und politische Bedeutung des Themenbereichs zur Diskussion. Die Gastvorträge und Kurzpräsentationen widmeten sich Einzelthemen mit verschiedenen historischen und regionalen Bezügen. 
Am ersten Tag lag der Fokus auf der Türkei und dem Osmanischen Reich sowie auf den Dissertationen, die in der Forschungsgruppe erstellt wurden.

Dr. Zeynep Tüfekçioğlu-Yanaşmayan (Turkistik Duisburg-Essen) beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit dem Thema bewaffneter Frauen aus literaturwissenschaftlicher Perspektive. In aktuellen historisierenden und islamistischen Romanen der Türkei kommt diesen Frauen eine besondere Rolle zu, wobei die „Sonderstellung“ der Frauen zu einer kritischen Dekonstruktion einlädt. 

Den Abendvortrag hielt Prof. Elke Shoghig Hartmann (FU Berlin). Die Professorin für Osmanistik und Turkokologie, deren Schwerpunkte u.a. armenisch-osmanische Geschichte und Militärgeschichte sind, hat sich in ihrer wegweisenden Dissertation mit dem politischen Hintergrund der erstmaligen Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht im Osmanischen Reich beschäftigt. In ihrem Vortrag legte sie dar, wie die Einführung der Wehrpflicht die Lebenswirklichkeit der Bevölkerung beeinflusste, und wie diese auf die einschneidende Maßnahme reagierte. 

Der zweite Tag widmete sich dem internationalen Forschungsraum, übergreifenden theoretischen Fragen ebenso wie spezifisch regionalen Themen. Prof. Victoria Basham (Cardiff University) setzte sich in ihrem Vortrag mit ihrem eigenen Feld, der kritischen Militarismus-, Krieg- und Gewaltforschung auseinander.

Der book launch lud alle zur Diskussion mit den Autor*innen ein. 

Der Abschlussvortrag von Drivalda Delia lenkte den Blick in die Gegenwart der europäischen Nachbarschaft, in den Kosovo und den bewaffneten Widerstand der Frauen zwischen 1981 und 1999 (gefördert von der Südosteuropa-Gesellschaft).

Short Bios and Abstracts

Bericht

Fourth European Convention on Turkic, Ottoman and Turkish Studies

 

Der Turkologentag, der vom 21. bis 23. September 2023 an der Universität Wien stattfand, kann als eine der größten Fachkonferenzen im Bereich Osmanistik, Turkologie und Türkeiforschung der letzten Jahre betrachtet werden. Organisator war die in Deutschland beheimatete Gesellschaft für Turkologie, Osmanistik und Türkeiforschung (GTOT). Etwa 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus mindestens 50 Ländern nahmen an dieser Veranstaltung teil. Dank der Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung auch wir. Eine der ersten Sitzungen überhaupt war das Panel unserer NFG 024, auf dem wir unsere Dissertationsthemen im Bereich „Beteiligung von Frauen am bewaffneten Kampf in der jüngeren Geschichte und Gegenwart der Türkei“ vorstellten.

In den Präsentationen wurden die individuellen Forschungsthemen der Forschungsgruppe, der aktuelle Stand der Forschung auf diesem Gebiet, die Bedeutung der Studie, die Forschungsfragen, die angewandte Methodik und bisher erzielte Ergebnisse erörtert. Schließlich wurden Informationen über zukünftige Schritte und erwartete Daten geteilt.

Nach allen Präsentationen fand eine Frage-Antwort-Runde und Diskussion statt, bei der das Publikum aktiv teilnahm und verschiedene Feedbacks sowie neue Ideen für zukünftige Forschungen einbrachte. Die Teilnehmer äußerten auch, dass weiterhin Lücken in der Literatur zu bewaffneten Konflikten in der Türkei bestehen. Zu den Rückfragen gehörte u.a., ob es einen besonderen Begriff für die Benennung der türkischen Soldateninnen gebe, ähnlich der Bezeichnung für männliche Soldaten, Mehmetçik”; was die Motivationen der Frauen zur Teilnahme am Militär sei; in welchen Einheiten Frauen in der türkischen Armee arbeiten, oder ob die Thematik vielleicht im Krieg der Osmanen in Libyen eine Rolle gespielt habe. Angeregt wurde auch, Autobiographien von Frauen als Quellen heranzuziehen.

Während des Kongresses hatten wir die Gelegenheit, andere Präsentationen als NFG 024 zu hören und an Diskussionen teilzunehmen. Diese Präsentationen behandelten eine Vielzahl von Themen, darunter Geschichte, Literatur, Minderheiten, Geschlechterfragen, Dialekte kleiner turksprachiger Gemeinschaften und die türkische Sprache. Von besonderer Relevanz für uns waren dabei auch Präsentationen zum Thema Militarismus und Geschlechterbeziehungen (u.a. Working fort the Nation”, „Gender identity and negotation of power structures). Diese Präsentationen ermöglichten uns neue Perspektiven zu gewinnen und die Möglichkeit zur Kommunikation mit anderen Forschern.

Am letzten Tag des Kongresses, dem 23. September, fand eine Podiumsdiskussion zum Thema 'Die Zukunft der Turkologie' statt. Die Diskussion konzentrierte sich auf die Herausforderungen, denen sich die Turkologie und Osmanistik in Deutschland gegenübersehen, insbesondere auf die Wahrnehmung als "kleine Fächer", aber auch der zu geringe Umfang osmanistischer Forschung außerhalb der Türkei. Außerdem wurde über die Chancen und Risiken der sich wandelnden Informationstechnologien in der Turkologie diskutiert. Die Teilnahme an diesem Kongress in Wien war eine bereichernde Erfahrung und trug erheblich zur Arbeit unserer Forschungsgruppe bei. Wir freuen uns bereits auf den nächsten Turkologentag 2025 in Mainz!

Gemeinsames Panel

Forth European Convention on Turkic, Ottoman and Turkish Studies

 

Vom 21. bis 23. September 2023 fand der Vierte Europäische Turkologentag in Wien statt.
Auch wir als Forschungsgruppe waren mit einem gemeinsamen Panel anwesend, auf dem wir bisherige Ergebnisse unserer Untersuchungen zu historischen und aktuellen Verhältnissen in den türkischen Streitkräften sowie in anderen bewaffneten Organisationen vorstellten (21.09.2023 - 9.00h bis 10.30h). 

 

Panelbeiträge

"Wandel der Rechtfertigungsnarrative in den Jahren 1919 - 1945" - Umut Döner 

"Sabiha Gökçen und die Frau des Rädelsführers: Ko-konstitutive Narrative und ihre Genderdimensionen im Zusammenhang mit der militärischen Kampagne gegen die Region Dersim" - Béatrice Hendrich 

"Frauen in einem männerdominierten Beruf: Eine qualitative Untersuchung der Rechtfertigungsdiskurse ehemaliger Soldatinnen der Türkischen Streitkräfte" - Elif Şentürk